Mixing: Vocals und fertige Beats mischen

Beat und Vocals mischen
Eine Vocalspur mit einem abgemischten Instrumental zu einem homogenen Track zu vereinen, ist sicherlich eine Herausforderung. Mit den folgenden Tipps, solltest du aber bessere Ergebnisse erzielen

In den meisten Fällen muss man, zumindest, wenn man über ein überschaubares Budget verfügt, mit vorgemischten Instrumentals vorliebnehmen. Natürlich ist es wesentlich komfortabeler einen gut klingenden Mix zu produzieren, wenn man alle Einzelspuren eines Beats vorliegen hat, aber das Leben ist bekanntermaßen kein Wunschkonzert.

Der Beat
Ein bereits abgemischtes Instrumental ist eigentlich immer komprimiert. Damit meine ich nicht das Dateiformat und damit die Kompression der Dateigrößer (Stichwort: mp3), sondern die Kompression des Dynamikumfangs. Die meisten Produzenten komprimieren ihre Tracks, um die empfundene Lautstärke zu erhöhen und die Unterschiede zwischen sehr leisen und sehr lauten Tönen zu minimieren. Das Komplizierte daran ist, dass die Lautstärke ab einem bestimmten Punkt nur noch durch starke Verdichtung und anschließende Anhebung des gesamten Audiomaterials erreicht werden kann. Je mehr ein Instrumental im Vorfeld bereits komprimiert wurde, desto weniger „Platz“ ist für die Vocals übrig.

Ich setze mal voraus, dass du deine Spur bereits bearbeitet hast, da die Optimierung von Gesang und Rap an dieser Stelle absolut den Rahmen sprengen würde. Es gibt im Internet aber eine Menge guter Tutorials, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Unser primäres Ziel ist es, aus Instrumental und Rap eine Einheit zu schaffen.

Die meisten Amateur-Rap-Songs  erkennt man daran, dass sie sich anhören, als sitze die Vocalspur auf und nicht in dem Beat – als seien die beiden Einzelteile nicht miteinander verschmolzen. Klar?

Da ihr wenig Einfluss auf das Instrumental nehmen könnt, beschränken wir uns darauf, unsere Vocalspur dem Beat anzupassen. Nicht umgekehrt.

Lade den Beat in deine Digital Audio Workstation. Wenn du noch keine hast, kann ich dir für den Anfang Cubase Elements oder FL Studio empfehlen.

Bevor du Beat und Vocalspur zusammenbringst, solltest du die „Lautstärke“ des Instrumentals deutlich absenken, um Raum für deinen Rap zu schaffen. Den Volumen-Regler der Instrumental-Spur stellst du also ungefähr auf -3 bis -6 dB.

Lade deine Vocals nun auf eine neue Spur in deinem DAW und spiele solange mit dem Volumen-Regler bis du mit dem Verhältnis von Beat und Rap zufrieden bist. Ein guter Anhaltspunkt ist die Snare des Beats, die in etwas so laut wie die Vocals sein sollten. Das ist aber natürlich nur ein grober Richtwert.

Wurde das Instrumental im Vorfeld bereits stark komprimiert, wird eine unkomprimierte Vocalspur, die zuviel Dynamik aufweist, an manchen Stellen zu laut und an andere zu leise wirken. In diesem Fall solltest du deine Vocalspur ebenfalls so stark komprimieren, dass sie sich dem Beat anpasst. Aber! Gesangsaufnahmen mit dem Kompressor zu bearbeiten ist alles andere als einfach und setzt Fingerspitzengefühl voraus. Es gibt natürlich einige gute Tutorials im Netz.

Der Klang

Passe den Klang deiner Spur dem Klang des Beats an. Manche Beats klingen eher hell, andere wieder dunkler. Spiel ein bisschen mit einem Equalizer, um deine Spur der Stimmung des Instrumentals anzupassen. Weniger ist mehr! Wie ein EQ funktioniert und wie du damit deine Raps verfeinern kannst, kannst du hier nachlesen.

Reverb

Reverb gibt der Stimme die nötige Tiefe und den nötigen Raum, um natürlich zu klingen. Gleichzeitig ist es aber auch das wichtigste Tool, um Beat und Rap homogen klingen zu lassen. Ganz großes Tennis ist es, wenn dein Vocal-Reverb, dem im Beat verwendeten Reverb sehr nahe kommt. Teste einfach verschiedene Reverb- und Delay-Plugins und spiele mit den jeweiligen Einstellungen. Mit der Zeit bekommt man ein besseres Gefühl dafür, welches Art von Hall, wann am besten passt.

Übung macht den Meister.

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